Wie Social Media das Neugeschäft antreibt:

Sechs Fallstudien

 

 

Frei übersetzt nach einem Artikel auf techcrunch.com.

Beschrieben sind Projekte und Unternehmen mit Schwer-

punkt USA, wo Social Media bereits besser von der breiten Bevölkerung genutzt werden.

 

Sowohl große als auch kleine Unternehmen nutzen Social Media Plattformen wie Twitter, Facebook, Youtube oder Foursquare. Tatsache ist, dass die Präsenz auf diesen Platt-

formen den Unternehmen einen direkten Dialog mit den Kunden erlaubt und auch als als Vertriebskanal für Ange-

bote und Coupons dient.

Nachdem große Marken wie Starbucks, Virgin und Levi’s nun schon einige Zeit in sozialen Netzwerken agieren, steigt nun auch die Quote der kleinen Unternehmen die in soziale Netzwerke einsteigen. Laut einer aktuellen Studie der University of Maryland, hat sich die Anzahl der Kleinunter-

nehmen in einem Jahr von 12% auf 24% verdoppelt. Viele dieser Unternehmen haben erkannt, dass Social Media eine Strategie verlangt, einige von Ihnen produzieren allerdings keine verwertbaren Ergebnisse.

Nachfolgend einige gute Beispiele für den Einsatz von Social Media:

 

Case 1: Der Creme Brulee Mann

Die Bewohner von San Francisco lieben Essen von Straßenständen. Diese Stände ziehen durch die Straßen und bieten ihre lokalen Spezialitäten an. Das Problem: die Kunden wissen nie, wo ein bestimmter Stand zu finden ist. Wie sollen die Kunden also ihren Lieblingsstand finden? Über Twitter selbstverständlich.  Curtis Kimball, der Mann hinter dem enorm populären Creme Brulee Cart in San Francisco, hat in etwas mehr als einem Jahr über 12.000 Follower (Anhänger) angehäuft. Den Großteil seines Umsatzes macht er über seine Twitter Follower die über diesen Dienst über den tagesaktuellen Standort informiert werden. Der frühere Bauarbeiter, der zum Creme Brulee Experten wurde, weiß „Ich geben meinen Followern einen konkreten Grund, mir zu folgen.“

Außerdem informiert er seine Kunden darüber, welche Ge-

schmacksrichtungen er an den einzelnen Tagen anbietet. Darüber hinaus hat er die Möglichkeit, eine persönliche Be-

ziehung zu seinen Kunden aufzubauen, indem er sich Feed-

back über neue Kreationen geben lässt, oder indem er nach fragt wo er seinen Stand parken soll. Außerdem versucht er immer eine Portion Humor in seinen Nachrichten zu verpacken.

Kimball verfügt über kein Marketing Budget, Twitter gibt ihm die Möglichkeit eine große Masse an Fans zu sammeln. Eine Facebook Präsenz würde ihm nicht so viel bringen. Er ist überzeugt „Twitter bringt mit weniger Anstrengung mehr als Facebook.“. Zustätzlich setzt er auf Yelp, sein Wagen wurde 224 mal bewertet und führt 4 ½ Sterne.

 

Case 2: Joie de Vivre

Joie de Vivre, das Unternehmen betreibt in Kalifornien 33 Luxus Hotels und bedient eine Vielzahl von Social Media Plattformen für seine Vertriebs- & Marketingmaßnahmen. Im Zentrum der Kommunikationsstrategie steht steht die Ver-

breitung von Angeboten und Coupons via Facebook und Twitter. Jeden Dienstag wird über den Joie de Vivre's Twitter-Account ein exklusives Angebot für die fast 10.000 Follower gepostet für dessen Buchung nur wenige Stunden zur Verfügung stehen. So werden bereits im Juli Zimmer zum Preis von $ 79,-- im November und Dezember angebo-

ten, ähnliche Angebote gibt es immer freitags auch für die fast 5.000 Facebook Fans.

In weniger als einem Jahr wurden auf diesem Weg über 1.000 Übernachtungen gebucht, Zimmer die sonst leer ge-

standen wären. Mit der Coupon-Plattform Mobile Spinach wurde eine Partnerschaft geschlossen um Angebote für die Restaurant der Joie de Vivre Gruppe bieten zu können. Mit Foursquare befindet man sich ebenfalls in Kooperation, so werden für 'Check-Ins' in den Restaurant Vergünstigungen geboten.

Die Marketingverantwortliche Ann Nadeau erzählt, dass aufgrund der Wirtschaftslage die Bugets für Marketing kleiner geworden sein. Social Media Marketing haben sich als gutes Mittel erwiesen, einerseits die Verkaufszahlen zu erhöhen, andererseits die Werte bei der Kundenloyalität nach oben zu korriergen. Das Unternehmen setzt aber nicht ausschließlich auf Angebote, im Road Trippin 'California Wettbewerb, werden die User aufgerufen Ihre Lieblings-

strecken durch Kalifornien zu filmen und auf Youtube zu stellen. Die drei Gewinner aus den über 270 Einreichungen wurden zu einem All-inklusive Urlaub samt Road Trip ein-

geladen.

Für die Überwachung der Social Media Kanäle und für den Kundenservice sind die Hotelmanager verwantwortlich, er-

klärt Nadeau. Sie haben die Accounts auf Twitter, Facebook und Yelp im Auge.

 

Case 3: Stone koreanische Küche

Das Unternehmen wurde im November 2009 von Küchen-

chef Terry Linz, und den LinkedIn Mitarbeitern Robby Kwok und Dan Yoo gegründet. Ziel des Unternehmens ist es, koreanische Küche in den Bankenbezirk von San Francisco zu bringen. Yoo berichtet, dass er sofort nach der Eröffnung Präsenzen auf Facebook, Twitter und Yelp eingerichet hat. Für viele kleine Unternehmen besteht ein Problem darin, dass sie die Besucherströme nicht auf eine Plattform lenken, sondern sich die Inhalte auf mehrere Plattformen aufteilen. Yoo ist überzeugt, dass es durch das Zusammenschalten verschiedener Kanäle gelungen ist Follower auf Twitter und Fans auf Facebook zu bekommen. Derzeit hat das Twitter Profil 65 Follower und die Facebook Seite 107 Fans. Viele davon sind Stammkunden. Ein kleines Restaurant braucht nicht viele treue Kunden um die Küche auszulasten.

 

Yoo setzt konsequent Tweets auf Twitter, und Antworten auf Kommentare und Bewertungen auf Facebook ab. Natürlich ist er sich auch der Bedeutung von Yelp-Bewertungen be-

wusst und reagiert auf Kundenbeschwerden.

Das Zünglein an der Waage war allerdings die Plattform Groupon. Das Unternehmen konnte einen signifikanten An-

stieg des Umsatzes als auch bei den Besucherströmen auf Facebook und Yelp verzeichnen, nachdem man einen „Groupon Deal“ im April 2010 angeboten hat. Das Restaurant verkaufte 2600 Groupons an nur einem Tag, damit war das Restaurant für zwei Monate mittags und abends ausgelastet. Mittlerweile werden pro Tag nur noch 5 bis 10 Groupons eingelöst, statt 30-40, allerdings hat man viele Stammkunden gewinnen können.

Ein Nebeneffekt des Groupon Deals war ein Anstieg der Yelp bewertungen. In sechs Monaten hatte man 80 Bewer-

tungen gesammelt, nach dem Groupon Deal waren es 90 in drei Monaten. Außerdem stiegen die Foursquare Check Ins deutlich an.

Da Yoo und Kwok bei LinkedIn beschäftigt sind, beschäftig-

ten sich die beiden mit Marketingmaßnahmen über LinkedIn. Mit der Ad-Targeting Funktion auf LinkedIn wurden gezielt Bankangestellte und Anwälte in San Francisco be-

worben, die im Bankenbezirk vorwiegend tätig sind. Das Ergebnis war, dass vermehrt Laufkundschaft im Restaurant zu Gast war. Yoo arbeitet derzeit an Promotion-Methoden via Foursquare.

 

Case 4: Dr. Irena Vaksman, Zahnarzt

Social Media und Zahnmedizin gehen nicht unbedingt Hand in Hand, eine Zahnärtzin aus San Francisco hat allerdings eine bemerkenswerte Social Media Kampagne für Ihre junge Praxis entwickelt. Sie hat ein Twitter-Profil, eine Facebook-Seite, einen YouTube-Kanal und eine Webseite. Dr. Vaksmans Ehemann, der Rechtsanwalt Robert Vaksmann ist der Kopf hinter der Social Media Strategie seiner Frau.

Robert Vaksman führt aus, dass seine Frau vor dem Prob-

lem stand, ihre Praxis in einem Gebäudekomplex zu betrei-

ben in dem zahlreiche andere, etabliertere Praxen beste-

hen, er meint, es ist aber auch keine gute Idee so viele Social Media Kanäle wie möglich zu bedienen.

 

Also begann die Praxis mit bestehenden und möglichen Patienten via Facebook-Seite mit etwa 70 Fans zu kommu-

nizieren. Außerdem wurden auf der Website Yelp Bewer-

tungen und Lehrvideos zur Mundhygiene veröffentlicht. Was Twitter angeht, versucht Robert Vaksman noch, den besten Weg zur Kommunikation mit potentiellen Kunden zu heraus zu finden.

Im Oktober 2009 unterzeichnete Dr. Vaksman einen Deal mit Groupon. Das Angebot umfasste eine Untersuchung und ein Röntgenbild, das brachte 320 neue Patienten und gab dem fünf Monate alten Unternehmen einen Schubs in die richtige Richtung. Robert Vaksman überlegt auch eine Part-

nerschaft mit dem Facebook-Promotion Anbieter Wildfire, zum Zweck eines Werbe-Gewinnspiels auf der Facebook-Seite.

 

Case 5: Levi's

Mehr denn je bieten Einzelhandels-Marken Verbrauchern Angebote über Social Media und versuchen mit Ihren Käufern in soziale Interaktion zu treten. Levi’s war eine der ersten Marken, die über Facebook verkaufsfördernde Maß-

nahmen gesetzt hat und kann auf eine Reihe von Vorzeige-

kampagnen verweisen.

Als einer der ersten Partner von Facebook bot Levi’s schon sehr bald die Möglichkeit im eignen Online-Store Produkte mittels Facebook-„gefällt-mir“-Button zu markieren (was rund 500.000 Mal gemacht wurde), außerdem konnten die Lieb-

lingsklamotten auf Facebook 'geteilt' und so dem eigenen Netzwerk gezeigt werden. Laut Inside Facebook erhielt Levi’s bereits in der ersten Woche über 4.000 „gefällt mir“.

 

Der Jeans-Riese führte in Verbindung mit dem Festival SXSW eine Kampagne durch, um ein Musik-Event auf dem Festival zu promoten. Gemeinsam mit der Markenagentur Involver wurden Musikclips auf der eigenen Seite eingebun-

den. Ziel war, die Musikfans schließlich zum Kauf von Jeans zu motivieren. Ortsbezogene Angebote via Facebook folg-

ten.

Für Twitter wurde kürzlich der „Levi’s Guy“ angeworben, der 23-jährige Uni-Absolvent Gareth. Er twittert für Levi’s und hat mehr als 6.000 Follower. Er ist für die Kommunikation der Marke über Twitter zuständig und betreibt auch das Monitoring auf Twitter. Derzeit sucht man nach dem „Levi’s Girl“ das den Konterpart zu Gareth übernehmen soll.

Megan O’Connor, Director of Digital Marketing bei Levi’s, ist sich sicher, dass sowohl Twitter als auch Facebook die neuen Kanäle für die Markenkommunikation werden und neue Absatz-chancen auftun. Einerseits durch eigene Aktionen, andererseits durch Mundpropaganda und Emp-

fehlungsmarketing.

 

Case 6: Starbucks

Die meisten Experten stimmen überein, dass Starbucks über eine der besten Social Media Strategien verfügt. Seit man kostenloses WLAN-Internet anbietet ist man ein Magnet für alle Notebook-Nutzer. Mit fast 10 Millionen Facebook Fans ist man auf dem besten Weg Lady Gaga zu überholen. Das Unternehmen hat bereits zahlreiche Aktionen auf Facebook gesetzt. So vergab man Gutscheine für gratis Gebäck in Ver-

bindung mit dem Kauf von Kaffee via Facebook. Werbung auf Facebook hatte stets eine Auswirkung auf die Besuchs-

zahlen der Starbucks-Website.

Auch auf Twitter ist man aktiv und hat die unglaubliche Zahl von über 1 Million Followern gewinnen können. Der Kanal dient nicht nur dazu, sich über die Marke Starbucks auszu-

tauschen. Starbucks verbreitet auch Nachrichten aus dem Unternehmen über Twitter. Außerdem nutzt man die Werbe-

möglichkeit von Twitter mittels „Twitter promoted Tweets Programm“ und kauft dort gezielt Backlinks.

 

Die Kombination aus sozialem Netzwerk und Geolocation Service sah Starbucks als Riesen Chance und war so eines der ersten großen Unternehmen das Foursquare einsetzte. Seit März bietet Foursquare den „Mayors“ der einzelnen Lokale eine Vergünstigung für das sogenannte „Barista“ Badge an. Vor kurzem ging man auch eine Kooperation mit dem sozialen Netzwerk Brightkite ein. Mitglieder bekommen bei Starbucks eine spezielle Ermäßigung auf Getränke.

 

Die in den Case-Studies beschriebenen Dienste sind:

 

facebook

foursquare

linkedIn

twitter

yelp

YouTube